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Juli 2008
allg Meldung 06.07.2008 William Gibson
zurück zum Verweis zur nächsten Überschrift Raubkopien sind ein Qualitätssiegel
 
 
 
 
 

 
Sie haben uns einmal gesagt, dass es Sie stören würde, wenn es Raubkopien Ihrer Bücher gäbe. Digitale Kopien Ihrer Texte im Internet seien aber in Ordnung. Hat sich diese Sichtweise im Anblick der E-Book-Entwicklung geändert?

William Gibson Nein. Alles ist Werbung. Manche Leute sagen: Es ist die Steuer des Ruhms. Dein Buch wird nicht kopiert, wenn du nicht schon bekannt bist. Raubkopiert zu werden ist eine Art Qualitätssiegel. Es beweist, dass das Produkt einen Wert auf dem Markt hat, kopierenswert ist. Ich habe nie bemerkt, dass Buchverkäufe geschmälert wurden. Es handelt sich um unterschiedliche Bedürfnisse und Märkte. (1)
 


allg Meldung Gibsons frühen Werke waren turbulent und zeugten von quirligen Lebensumständen der handelnden Personen. Die Hauptperson in der "Mustererkennung" (2) nahm sich dagegen sehr zurück und war nachdenklich, ruhig, und preschte dann auch wieder vor. Gibson erzählte damit eine gradlinige, gefühl- und spannungsvolle Geschichte. In seinem jüngsten Roman, "Quellcode" (3) (4), betrachtet er sensibel und genau verschiedene Schicksale. Die Handlungsfäden seiner Protagonisten führt er schließlich zu einer kleinen Explosion zusammen.

Was Gibson auszeichnet, ist sein komprimierter Stil. Da greift nicht jemand in seine Manteltasche sondern in die Tasche seines gestern bei soundso gestohlenen Mantels. Er beschränkt sich also häufig nicht auf eine Aussage, sondern füllt seine Sätze - meistens mit ganz wenigen Worten - mit Zusatzinformationen an. Das dynamisiert und beschleunigt seine Erzählung und reißt den Leser mit.
 

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(1) Stefan Brecht, Markus Friedrich, Leben im Cyberspace. William Gibson, der Erfinder des "Cyberspace", im Gespräch, c't 15/2008, S. 204, 205

(2) Mustererkennung, dtv 2006
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(3) Original: Spook Country, Putnam Publishing Group 2007
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deutsche Ausgabe: Quellcode, Klett-Cotta 2008
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(4) Zur amerikanischen Ausgabe:
Ben Schwan, Spooks, wohin man blickt, Technology Review 31.08.2007.
Marcus Hammerschmitt, Geisterstunde, politisch, Telepolis 25.11.2007
 

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© Dieter Kochheim, 29.07.2009