Web Cyberfahnder
über Suchmaschinen und -strategien
  Cybercrime    Ermittlungen    TK & Internet    Literatur    intern    Impressum 
Februar 2009
10.02.2009 Kameraüberwachung
11.02.2009 Spamming
zurück zum Verweis zur nächsten Überschrift kontrollierte Unkenntlichkeit billige Werbung
 

 
Stieler macht sich bei über eine Neuentwicklung von Hewlett Packard lustig und das zu recht (1). Das Unternehmen hat ein System entwickelt, das die Gesichter auf Kameraaufnahmen unkenntlich macht, wenn die Person es wünscht, meldet das virtuelle Datenschutzbüro (2). Dazu muss sich der Betreffende nur bei dem Betreiber des Überwachungssystems registrieren und einen GPS-Sender mit sich herum tragen, damit das System auch den Menschen erkennt, der unkenntlich gemacht werden will.

Die Ortung per GPS ist natürlich viel genauer als die aufwändige Gesichtserkennung.

Das würde natürlich den Schwarzmarkt fördern. "Verkaufe registriertes GPS für den Bahnhof" (oder das Kaufhaus Ihrer Wahl). So kann man dann unter einer Tarnidentität das Tun, wobei man nicht erkannt werden will. Tolle Perspektiven!
 

 
Aus Anlass des bevorstehenden Valentinstages quellen die Postfächer wieder über von Spam-Nachrichten, die das perfekte Geschenk versprechen oder einfach nur spielerische Grüße übermitteln (3). Der Empfänger darf sich sicher sein, dass ihm Malware untergejubelt werden soll.

Die -Meldung verbirgt jedoch vier interessante Informationen.

Die erste betrifft den Handelswert ausgespähter Kontozugangsdaten: Je nach Kontodeckung und Standort der Bank werden Zugangsdaten auf kriminellen Handels-Plattformen zu Stückpreisen zwischen zehn und tausend US-Dollar, umgerechnet etwa 7,70 bis 770 Euro, gehandelt.

Die zweite behandelt die Effizienz von Spam-Mails: Wüest (von Symantec) berichtet von einer Untersuchung der Universität Berkeley (USA), wonach "bei 12,5 Millionen Spam-Mails etwa ein User anbeißt".

Die dritte und vierte schließlich belegen die Macht der Botnetze: Es wurde ein rund 500.000 Computer starkes Netz entdeckt, dass pro Minute 26 Millionen Mails verschickte. Ein inzwischen verurteilter Spammer verdiente in zwei Jahren umgerechnet mehr als drei Millionen Euro.

Die Botnetze haben sich etabliert und beherrschen die Märkte für das relativ harmlose Spamming und die Verteilung gefährlicher Malware. Willkommen in der braven neuen Welt!
 

zurück zum Verweis Anmerkungen
 


(1) Wolfgang Stieler, Tolle Tarnkappe, Technology Review 10.02.2009

(2) "Tarnkappe" gegen Videoüberwachung, virtuelles Datenschutzbüro 03.02.2009
 

 
(3) Valentinstag lässt die Kassen der Cyberkriminellen klingeln, Heise online 11.02.2009
 

zurück zum Verweis Cyberfahnder
© Dieter Kochheim, 29.07.2009