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Dezember 2009
27.12.2009 Netze und Kabel
     
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Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika werden die lange geplanten Seekabel entlang der afrikanischen Ostküste realisiert (1). Die Verlegungsarbeiten für das erste davon - SEACOM - wurden im Juli abgeschlossen (2). Es verbindet Ras Sidr in Ägypten, Jeddah in Saudi Arabien, Djibouti, Mombasa in Kenia, Dar es Salaam in Tansania, Toliary auf Madagaskar, Maputo in Mozambique und Mtunzini in Südafrika mit Westeuropa und Indien [siehe Schema links, (3)]. Das zweite - EASSy - soll im Frühjahr Frühjahr 2010 in den kommerziellen Betrieb gehen (4).

Die Kabel an der Ostküste leisten einen wichtigen Beitrag für die Erschließung Afrikas mit Kommunikationsinfrastruktur. Sie erreichen jedoch nur die Küstenregionen und nicht auch das Inland. Es ist im Wesentlichen auf Satellitenverbindungen angewiesen (5) und bekannte Techniken werden den Bedürfnissen der Entwicklungsländer angepasst, um wenigstens etwas mehr Verfügbarkeit zu schaffen (6).
 

 
Das gilt auch für den Sudan (siehe rote Markierung im Schema links). Das Fraunhofer Institut und die Freifunk Community aus Berlin haben dort ein Konzept umgesetzt, das auf kabellosen Kurzstreckennetzen - WLAN - fußt und damit ein regionales Netz errichtet, das großräumig mit Richtfunk angeschlossen ist (7).

Solche Funknetze werden als Mesh-Funknetzwerke bezeichnet, weil die beteiligten WLAN-Router keine Subnetze betreiben, sondern gemeinsam die "Maschen" eines großräumigen Netzes bilden.

Ein weiteres Projekt versucht diese Technik in Südafrika auf Tele- und Internetkommunikation zu erweitern. Es nennt sich "Mesh Potato" (8).

Die auf Filesharing und WLAN gründenden Projekte für Entwicklungsländer sind für den ersten Moment wichtig und gut, auf längere Sicht jedoch Flickwerk und Übergangsmaßnahmen. Erschwingliche Breitbandigkeit kann man nur mit Glasfasernetzen und leistungsstarken Fernverbindungen herstellen.

In bevölkerungsschwachen Regionen kann die Richtfunktechnik die "letzten Meilen" ersetzen. Sie funktioniert nur auf Sicht und kann damit 20 und mehr Kilometer überbrücken. Sie erreicht aber bereits beachtliche Bandbreiten von 200 Mbit/sec. Das reicht für DSL aus, kann aber Glasfasern nicht ersetzen (9).
 

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(1) neue Kabel für Ostafrika

(2) Seekabel bringt schnelles Internet nach Ostafrika, Heise online 23.07.2009

(3) SEACOM Progress Map

(4) EASSy.
Von Africa ONE, dem dritten Projekt, hört man nichts mehr. Es hat das Westküstenkabel in Afrika bis hinunter nach Kapstadt in Südafrika verlegt und plante von dort aus eine Anbindung entlang der Ostküste bis nach Europa und Indien.

(5) Satelliten-Internet für drei Milliarden Menschen, Heise online 09.09.2008

(6) verteilter Zwischenspeicher
 

 
(7) Anja Krieger, Funkende Hütten, Telepolis 26.12.2009

(8) ebenda (7)

(9) Netzneutralität. Infokasten
 

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© Dieter Kochheim, 03.07.2010