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Juli 2009
12.07.2009 Kommunikette
     
zurück zum Verweis zur nächsten Überschrift abschreckende Kommunikationsfehler
 

 
 
Die E-Mail-Flut reißt ein, was Briefschreiber über Jahrhunderte aufgebaut haben: die einfachsten Regeln der Höflichkeit. Gruß-, adress- und völlig formlos, so kommen Geschäftsmails daher. Die Anrede - wozu? Die Großschreibung: gespart! Die Rechtschreibung: Kraut und Rüben! Was ein ausformulierter Bewerbungsbrief geworden wäre, behelligt den Empfänger als E-Mail-Sendung im Embryonenstadium des Entwurfs. Und jeder Vorgang, der nicht mindestens zwei Jahre Zeit hat, wird mit einem Ausrufezeichen für hohe Priorität versehen. (2)
 
 

 
Alexandra Mesmer gibt bei Karrieretipps (1). Sie rät zu gezielten Bewerbungen und vor allem dazu, sich vorab über das Unternehmen und die Branche zu informieren. Das gilt auch für die Gehaltsvorstellungen, bei denen man sich nicht vorschnell unter Wert verkaufen solle. Die ständige Erreichbarkeit eines Mitarbeiters signalisiert auch, dass er sonst nichts Wichtiges zu tun hat.

Neben solchen und weiteren Tipps findet sie auch deutliche Worte zur Kommunikette im Zusammenhang mit E-Mails, die nicht häufig genug in Erinnerung gerufen werden müssen ( Kasten links).

Mesmer rät zur Umsicht und zum Nachdenken über die Wirkungen, die man auch in der elektronischen Korrespondenz erreichen will. Besonders beim Erst- und beim Kundenkontakt kann man kardinale Fehler machen, wenn man sich als fahriger, unkonzentrierter und unhöflicher Mensch darstellt.

In einem älteren Beitrag beschäftigt sich Mesmer mit den Fallen beim Bewerbungsgespräch (3). Abgerundet wird das Thema mit einer schon ein Jahr zurück liegenden Warnung vor einer unbedarften Nutzung sozialer Netzwerke und vor der Preisgabe persönlicher Informationen, die dadurch jedermann zur Verfügung stehen (4) - auch dem Arbeitgeber, bei dem man sich gerade beworben hat.
 

 
Auf den Unfug mit der ständigen Erreichbarkeit und der im Zusammenhang mit den elektronischen Kommunikationsmedien entstandenen Vorstellung, alles sei wichtig und verlange nach einer sofortigen Reaktion, hat Freyermuth bereits 2002 hingewiesen (5). Er wendet sich nicht gegen die neuen Medien, sondern fordert einen bewussten und partnerschaftlichen Umgang mit ihnen. Sie ersetzen in vielen Fällen nur die Korrespondenz auf dem Papier und werden im Geschäftsleben auch so wahrgenommen.

Auch er wendet sich gegen vorschnelle und unhöfliche Reaktionen, zumal kein Partner erwarten könne, auf eine komplexe Anfrage, zum Beispiel nach einer Kostenabschätzung oder wegen fachlicher Fragen, eine unverzügliche und damit unüberlegte Antwort zu erhalten. Schließlich wendet auch er sich gegen katastrophale Schreibfehler, die den Urheber nur bloßstellen können. Umgekehrt verlangt er auch die Wahl des richtigen Mediums für den richtigen Zweck. So reicht für eine Terminbestätigung eine E-Mail oder eine SMS und muss der Partner nicht mit einem Anruf bei seiner Arbeit gestört werden.
  

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(1) Alexandra Mesmer, Karriere und Bewerbung: Die größten Irrtümer, tecchannel 12.07.2009

(2) ebenda, S. 4

(3) Alexandra Mesmer, Die schlimmsten Fangfragen im Vorstellungsgespräch, tecchannel 20.02.2009

(4) Matthias Sternkopf, Die Community-Falle – Social Networks als Karriere-Killer, tecchannel 04.07.2008
 

 
(5) Gundolf S. Freyermuth, Kommunikette 2.0. E-Mail, Handy & Co. richtig einsetzen, Heise 2002
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© Dieter Kochheim, 29.07.2009